Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR)

Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (auch MBSR genannt = Mindfulness Based Stress Reduction) ist eine Form von therapeutischem Meditationsprogramm das sich über acht Wochen erstreckt. Es geht vor allem um den bewussten Umgang mit und die Steuerung der eigenen Aufmerksamkeit.

Viele der wissenschaftlichen Studien zum Thema Meditation basieren auf dieser systematisierten Form der Meditation. In der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion gibt es verschiedene Techniken die eingesetzt werden – das übergeordnete Ziel all dieser Techniken ist es jedoch den gegenwärtigen Zustand a) wahrzunehmen und b) zu akzeptieren (und zwar ohne den Zustand zu bewerten).

Die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion wurde in den 70er Jahren von Jon Kabat-Zinn entwickelt. Jon Kabat-Zinn ist emerierter Professor an der University of Massachusetts Medical School in Worchester. Kabat-Zinn selbst macht kein Geheimnis daraus, dass die von ihm entwickelte Methode stark von buddhistischen Meditationsübungen inspiriert wurde. Jedoch können Angehörige jeder Glaubensgruppe achtsamkeitsbasierte Stressreduktion bedenkenlos praktizieren, ohne dabei im Konflikt zu ihrem eigenen Glauben zu stehen. Es handelt sich nicht um eine religiöse oder spirituelle Praxis.

Typischerweise dauert ein MBSR Program acht Wochen. Menschen mit einem weiten Spektrum an Beschwerden und Leiden nehmen daran teil, aus ganz unterschiedlichen Beweggründen. Noch dazu sei gesagt, dass dies keine Alternative zu einer medizinischen Behandlung ist – sondern eine Begleitmaßnahme, die eine wie auch immer geartete Therapie unterstützend begleiten kann.

Hier finden Sie einen deutschsprachigen Einführungstext vom Gründer der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion selbst: Eine Einführung in die MBSR-Praxis von Jon Kabat-Zinn.

Wenn Du der englischen Sprache mächtig bist, gibt es hier auch einen Vortrag den Jon Kabat-Zinn auf einer Google-Veranstaltung gehalten hat (der Vortrag dauert etwa 1 Stunde und 15 Minuten – wenn Du ihn also ansehen willst, plane entsprechend genügend Zeit ein).

 

Eine Studie die im September 2010 im Social Neuroscience Journal veröffentlicht wurde untersuchte, wie Achtsamkeitsmeditation sich auf das Gehirn auswirkt. Forscher der Cape Town Universität in Südafrika führten ein Experiment mit Freiwilligen aus, die zuvor das acht Wochen Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion Program durchlaufen haben.

Sie beobachteten mittels fMRI die Gehirnaktivität der Teilnehmer, während sie eine 12-minütige Achtsamkeits-Meditation ausführten. Während dieser Meditation sollten die Teilnehmer gegenwärtige Gedanken, körperliche und emotionale Gefühle wahrnehmen, ohne sie zu beurteilen und ohne darauf zu reagieren.

Dann beobachteten sie (wieder mittels fMRI) die Gehirnaktivität der Teilnehmer, diesmal jedoch nicht während einer Achtsamkeitsmeditation, sondern während sie willkürlich an Nummern denken. Interessant ist, welche Unterschiede im Gehirn sichtbar waren:

Während der Achtsamkeits-Meditation waren bestimmte Bereiche des Gehirns die in Zusammenhang stehen mit dem Wahrnehmen des eigenen Körpers weniger aktiv. (Zu diesen Bereichen gehört beispielsweise die Inselrinde). Aus medizinischer Erfahrung weiß man heute, dass Verletzungen der Insula zu intensiven emotionalen Reaktionen führen kann. Verminderte Aktivität der Inselrinde steht dem Anschein nach mit weniger intensive übersteuerten emotionalen Reaktionen in Zusammenhang.

 

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