Alternative Schmerztherapie

Allein in Deutschland leiden jedes Jahr über acht Millionen Menschen intensiv unter chronischen Schmerzen, und entstehen dadurch medizinische Behandlungskosten in Höhe von rund 25 Milliarden (!) Euro. In diesen Statistiken sind akute Schmerzen noch nicht inbegriffen. Das Thema Schmerz ist also ein ernstzunehmendes und bedeutendes Gesellschaftliches und persönliches Problem. Die alternative Schmerztherapie gewinnt immer mehr an Bedeutung, denn die Unzulänglichkeiten moderner Medizin machen Alternativen oftmals sinnvoll.

Auch schreitet die klassische Schulmedizin bei der Erforschung und Behandlung von Schmerz nur langsam und mühselig voran. Die meisten Ärzte kritzeln noch immer gerne Medikamente mit den gleichen Wirkstoffen auf die Rezeptblöcke. Verpackungen und Namen ändern sich, doch letzten Endes ist das, was der Patient bekommt oft fast identisch mit dem was Patienten schon seit Jahrzehnten zur Schmerzlinderung verschrieben bekommen haben – mit den gleichen Mängeln, Nebenwirkungen und Risiken.

Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer: alternative Schmerztherapien die keine invasiven Operationen notwendig machen, keine teuren Präparate. Oftmals geht es bei diesen Therapien nicht mehr darum den Schmerz da zu bekämpfen wo er sich bemerkbar macht – sondern im Kopf.

Mentales Training zur Behandlung von Schmerzen erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Morphin ist eines der stärksten und wirksamsten Schmerzmittel überhaupt. Wissenschaftler der Wake Forrest Universität führten kürzlich eine Studie durch in der Teilnehmern für einige Tage Meditation beigebracht wurde. Es ging in erster Linie darum Ihre Aufmerksamkeit bewusst zu steuern und sich auf andere Dinge als auf Schmerzen zu konzentrieren.

Das Ergebnis? Die Teilnehmer berichteten dass ihre Schmerzem im Durchschnitt 57% weniger unangenehm seien. Eine solch drastische Linderung der Schmerzwahrnehmung wird sonst meist nur mit Morphin erreicht!

Wie kommt solch eine erstaunliche Wirkung zustande? Dank neuer Technik kann man Patienten ja mittlerweile auch ins Gehirn gucken. Bildgebende Verfahren haben gezeigt, dass durch diese Meditationstechniken die gleichen Gehirnregionen angesprochen werden, wie durch Schmerzmittel: besonders die Inselrinde und der Gyrus cinguli. Es ist ein bisschen so, als ob das Gehirn sich selbst hausgemachte Schmerzmittel verpasst – ganz ohne Pille, Spritze oder Creme.

Doch Meditation ist nicht die einzige alternative Schmerztherapie: Studien haben auch Methoden wie Hypnose und Biofeedback für wirksam befunden – und das oftmals zu einem Bruchteil der Kosten die durch medikamentöse Behandlungen entstehen. Noch dazu ganz ohne negative Nebenwirkungen.

Es geht hier keineswegs darum konventionelle Schmerztherapien als durchweg schlecht zu erklären – auch sie leisten oftmals gute Dienste.

Doch sollten wir uns bewusst sein, dass Schmerz nicht nur ein reich physiologisches Problem ist. Bislang haben sich viele Mediziner darauf konzentriert durch aufwendige, schwierige, teils gefährliche Operationen durchzuführen, zum Beispiel bei Rückenbeschwerden – mit oftmals stark variierenden Endergebnissen.

Schmerz ist nicht nur eine “Fehlfunktion” des Körpers. Nicht nur ein Schaden den man repariert.

Durch eine alternative Schmerztherapie kann oftmals viel getan werden, um ein solch teures und gefährliches Prozedere erst garnicht notwendig zu machen. Und selbst Patienten bei denen bereits ein operativer Eingriff erfolgt ist, die noch immer unter Schmerzen leiden kann oft durch diese alternativen Ansätze geholfen werden – manchmal sogar mehr als durch eine Operation.

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