Arbeitsgedächtnis – Was ist das?

Das Arbeitsgedächtnis wird manchmal auch Kurzzeitgedächtnis genannt. Wenn Du Informationen für einen begrenzten Zeitraum in Deinem Kopf behälst benutzt Du das Arbeitsgedächtnis. Eine einfache Metapher ist folgender Vergleich:

Gehirn & Computer

Arbeitsgedächtnis = Arbeitsspeicher (RAM)

Langzeitgedächtnis = Festplatte

An dieser Stelle sei auch angemerkt: der Vergleich hinkt auf mehr als eine Weise, denn unser Gedächtnis funktioniert grundlegend anders als ein Computerspeicher. Doch was die Funktionalität angeht, ähnelnt das Arbeitsgedächtnis dem Arbeitsspeicher in der Hinsicht, dass im Arbeitsgedächtnis Informationen kurzfristig im Bewusstsein gehalten werden.

Das Langzeitgedächtnis hingegen ist der Ort an dem Informationen langfristig abgespeichert werden. Im Langzeitgedächtnis können also auch Informationen und Erinnerungen enthalten sein, denen wir uns nicht bewusst sind, die jedoch bei Bedarf abgerufen werden können.

Die Kapazität Deines Arbeitsgedächtnisses: 7

Wenn Du beispielsweise diesen Satz liest ist es Dein Arbeitsgedächtnis, dass sich die Worte und deren Bedeutung merkt. Dein Arbeitsgedächtnis kann etwa sieben Informationseinheiten gleichzeitig verarbeiten (plus/minus zwei). Eine Informationseinheit können zum Beispiel Ziffern sein:

6 1 4 5 6 8 4

Das sind genau sieben Ziffern, und die meisten Menschen können sich sieben Ziffern sehr leicht merken.

Wenn man sich jedoch längere Ziffern merken will braucht es andere Strategien:

8 9 7 2 1 1 2 7 3 3

Die wenigsten Menschen können sich die Zahl so merken. Wenn man jedoch die Ziffern chunkt kann man aus dieser zwölfstelligen Ziffernfolge sieben Informationseinheiten machen.

89 7 2112 7 33

Das ist umso einfacher, wenn die Zahlenpaare für etwas stehen. 89 könnte zum Beispiel die deutsche Wiedervereinigung sein. 2112 der Katastrophenfilm. 33 könnte für 1933 stehen, das Jahr in dem die NSDAP an die Macht kam.

Dein Arbeitsgedächtnis kann also einzelne Informationsbits zu Informationseinheiten machen, die auf bereits im Langzeitgedächtnis vorhandenen Wissen aufbauen.

Konzentrationsfähigkeit & Arbeitsgedächtnis

Deine Konzentrationsfähigkeit wird stark durch Dein Arbeitsgedächtnis bestimmt. Denn das worauf Du bewusst Deine Aufmerksamkeit richtest ist ist in Deinem Arbeitsgedächtnis.

Häufige Anzeichen für ein schwach entwickeltes Arbeitsgedächtnis:

  • Schusseligkeit
  • Vergesslichkeit
  • schlechtes Aufmerksamkeitsvermögen
  • leicht abgelenkt sein
  • Verwirrung und Überforderung
  • Unaufmerksamkeit
  • Zerstreutheit
  • geistige Abwesenheit
  • Schwierigkeiten bei Matheaufgaben die mehrere Gedankenschritte enthalten
  • usw.

Kann man das Arbeitsgedächtnis trainineren?

Ursprünglich glaubte man, dass das Arbeitsgedächtnis nicht verbesserbar sei, und sich auch nicht trainieren lasse. Mittlerweile jedoch haben Studien bewiesen, dass sich das Arbeitsgedächtnis durch gezieltes mentales Training verbessern lässt.

Einige Studien zu dem Thema Arbeitsgedächtnis trainieren finden Sie hier:

Es gibt verschiedene Methoden wie das Arbeitsgedächtnis trainiert wird. Prinzipiell ist diesen Methoden gemeinsam, dass sie “geistig ermüdend” sind – das heißt, es kostet tatsächlich geistige Kraft diese Übungen durchzuführen, da sie intensive Konzentration erfordern.

Einige Übungen um das Arbeitsgedächtnis zu trainieren finden Sie im kostenlosen KopfKurs.

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