Bestimmen Gene wie schlau wir sind?

Genetik ist einer der faszinierendsten und sich am schnellsten entwickelsten Wissenschaften der heutigen Zeit. Und das hat dazu geführt, dass vieles mit Genetik erklärt wurde.

Intelligenz? Klar, das liegt in den Genen. Schönheit? Gene. Sportlich? Gene. Faul? Gene. Kriminell? Gene.

Und während das eine sehr einfache Möglichkeit ist, so ziemlich jedes Phänomen zu erklären, so unzureichend ist es doch.

Bleiben wir beim Beispiel Intelligenz. Bestimmen Gene tatsächlich wozu unser Gehirn fähig ist? Beschränkt Genetik unser Potential? Müssen wir uns damit abfinden, dass wir eben nur so schlau sind wie wir sind? Oder muss ein Mensch, dessen Eltern beide im Alter dement geworden sind sich nun auch auf Demenz vorbereiten, weil es ja in den Genen liegt?

Nein. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse lassen andere Schlussfolgerungen zu.

Lebenslange Neuroplastizität spielt eine größere Rolle als Genetik wenn es um die Entwicklung des Gehirns geht. Und je älter Sie werden, desto größer ist der Unterschied, den Ihre Lebensführung auf den Zustand Ihres Gehirns hat. Mit mentalem Training können Sie geistig fit bleiben. Wenn Sie Ihr Gehirn trainieren und nutzen, wenn Sie sich neuen geistigen Herausforderungen stellen, dann erhöhen Sie die Chancen damit beträchtlich auch im Alter noch geistig fit und rege zu sein. Tatsächlich können Menschen im hohen Alter sogar ein noch besseres Gedächtnis und eine noch schärfere Auffassungsgabe haben als in jungen Jahren. Der einzige Bereich, in dem ein altes Gehirn einem jungen tatsächlich hinterherhinkt ist, wenn es um die Geschwindigkeit geht, mit der neue Informationen verarbeitet werden.

Akademiker haben öfter schlaue Kinder

Aber wodurch lässt sich dann erklären, dass Akademiker oft schlauere Kinder haben als die Durchschnittsbevölkerung? Ist das nicht ein klarer Hinweis auf einen genetischen Einfluss wenn es um Intelligenz geht?

Was ist der Grund dafür, dass Eltern mit Universitätsabschluss oftmals Kinder haben die in der Schule erfolgreicher sind als Eltern ohne Universitätsabschluss?

Der Grund ist nicht so sehr Genetik, sondern das Umfeld, dass diese Eltern für Ihre Kinder schaffen. Oftmals wird geistige Aktivität, kreatives Denken und intelligentes Handeln einfach mehr gefördert als im Durchschnittshaushalt.

Noch dazu kommt, dass ein Elternteil mit einem großen Allgemeinwissen beispielsweise oftmals besser in der Lage ist einem Kind bestimmte Dinge interessant und aufschlussreich zu erläutern – was wiederum eine gute Grundlage für intellektuelle Neugierde bietet.

Stellen Sie sich vor ein Kind fragt seine Mutter: “Warum werden Blätter braun bevor sie herunterfallen?”

Eine Mutter antwortet dann vielleicht so: “Weil’s Herbst ist. Frag nicht so viel!”

Hier wird die Neugierde des Kindes nicht nur unbefriedigt belassen, sondern auch noch durch eine Zurechtweisung “bestraft”.

Eine andere Mutter wird sich vielleicht die Zeit nehmen um zu erklären: “Die Blätter werden braun wenn sie weniger Sonnenlicht bekommen. Im Herbst wird es morgens schneller hell, und abends früher dunkel. Die Bäume merken das…” und so weiter und so fort.

Es sind nicht so sehr die Gene, die bestimmen wie schlau Sie sind, sondern Ihr Umfeld. Und als erwachsener Mensch, als ein Mensch der ein selbstbestimmtes Leben führt, können Sie selbst Ihr Umfeld schaffen und ganz bewusst Dinge tun, um Ihr Gehirn fit zu halten.

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