Das $99 Stirnband das Deine Gehirnaktivität misst und Dir hilft Dich zu konzentrieren

 

Stell Dir vor Du hättest ein Stirnband mit dem Du Deine Hirnaktivität messen könntest. Du würdest wissen, wann Du gut konzentriert bist – und wann nicht. Und aufgrund dieses Wissens könntest Du Dein Verhalten ändern. Damit Du schlussendlich diesen geistig fokussierten Zustand besser in Deinem Leben nutzen kannst. Und weniger Zeit in unfokussiertem Zustand arbeitest.

So etwas gibt es tatsächlich. Und es ist sogar recht günstig – gerade mal $99 kostet dieses Stirnband gerade. Auf der englischsprachigen Kickstarter Seite kannst Du Dir das Melon Headband ansehen.

Das Stirnband misst die microvolt Signale welche Dein Gehirn aussendet – und so weißt Du in welchem “Zustand” Dein Gehirn gerade ist. Es misst Deine Gehirnwellenaktivität (brain-wave activity).

Das Stirnband steht in Verbindung mit Deinem Smartphone. Wenn es feststellt, dass Du in einem unfokussierten Geisteszustand bist während Du geistig arbeitest, gibt es Dir Tips was Du tun kannst. Zum Beispiel wird auf Deinem Smartphone angezeigt: “Mach ein paar Dehnübungen.”

Hier könnt ihr das Promo-Video und das Projekt ansehen.

Schon ein halbes Stündchen mehr Schlaf hilft Kindern besser zu lernen

Eine neue Studie hat gezeigt dass sowohl die Aufmerksamkeit wie auch das Verhalten in der Schule signifikant besser werden wenn Kinder ein kleines bisschen mehr Schlaf in der Nacht bekommen.

Der Studienleiter Reut Gruber teilte eine Gruppe von 34 Kindern in zwei Gruppen auf. Die Kinder waren allesamt zwischen 7 bis 11 Jahre alt.

Eine Gruppe durfte dann für fünf Tage in Folge eine Stunde länger aufbleiben – somit schliefen sie Nachts dann auch  weniger.

Die andere Gruppe musste eine Stunde früher ins Bett – und bekam somit mehr Schlaf.

Die Kinder bekamen kleine Geräte die wie eine Armbanduhr aussahen – dabei handelte es sich um Aktometer, mit denen die Schlafzeit aufgezeichnet wurde.

So konnten die Forscher herausfinden, dass die Kinder welche eine Stunde früher ins Bett mussten im Durchschnitt 27 Minuten länger schliefen.

Die Kinder die eine Stunde länger aufbleiben durften schliefen 57 Minuten weniger.

Die Kinder wurden von Lehrern bewertet, vor allem was ihre Aufmerksamkeit, ihr Verhalten im Klassenzimmer und ihre Gefühle anging. Die Kinder die weniger schliefen wurden meist auch schlechter bewertet wenn es um das Aufmerksamkeitsvermögen ging.

Die Kinder die mehr Schlaf bekommen haben wurden von den Lehrern besser bewertet sowohl was das Aufmerksamkeitsvermögen, wie auch das Verhalten und die Gefühle anging.

Die Studie wurde am 15. Oktober 2012 in der englischsprachigen Fachzeitschrift Pediatrics veröffentlicht.

Es ist eine kleine Veränderung im Alltag die jedoch einen deutlichen Unterschied ausmacht. Wichtig ist jedoch regelmäßigkeit: es bringt nichts einfach eine Nacht länger zu schlafen. Stattdessen sollte in jeder Nacht ausreichend geschlafen werden.

Durch die Nacht durchbüffeln ist sinnlos

Jeder kennt das aus der Schulzeit: vor einem wichtigen Schultest möglichst lange das Lernen aufschieben, und dann auf den letzten Drücker den ganzen Lehrstoff büffeln – oftmals die halbe Nacht durch.

Forscher haben nun untersucht wie effektiv diese “Lernmethode” (ähem…) ist, und sind zu dem Ergebnis gekommen: garnicht. Ausreichend Schlaf ist genauso wichtig für akademischen Erfolg wie das Büffeln des Lernstoffs.

Denn der Lernstoff den man sich so in letzter Minute ins Gehirn schaufelt kann zwar ein Vorteil sein – allerdings wird die geistige Leistungsfähigkeit und das Konzentrationsvermögen durch den Schlafmangel so weit herabgesetzt, dass man mehr Konzentrations- und Schusseligkeitsfehler macht oder Gedächtnisaussetzer hat.

Die Studie ((Cari Gillen-O’Neel, Virginia W. Huynh and Andrew J. Fuligni, To Study or to Sleep? The Academic Costs of Extra Studying at the Expense of Sleep, 20 AUG 2012, Child Development DOI: 10.1111/j.1467-8624.2012.01834.x)) war wie folgt aufgebaut:

500 Oberstufen-Schüler haben an der Studie teilgenommen.

Über einen Zeitraum von zwei Wochen wurde Buch geführt wie lange jeder Schüler täglich schläft.

Auch führten die Schüler Buch über negative Vorkommnisse im Schulkontext, wie z.B. wenn sie in einer Unterrichtsstunde nicht folgen konnten oder etwas nicht begriffen haben.

Die Forscher konnten so nachweisen, dass die Schüler welche einen regelmäßigen Lernrhythmus haben die wenigsten (akademischen) Probleme haben. Diejenigen die jedoch dazu neigten auf Kosten ihres Schlafes zu Lernen hatten mehr (akademische) Problem, die sich vor allem dann vermehrten wenn sie in der Nacht zuvor weniger geschlafen hatten.

Und? Was bedeutet das für Dich?

Entwickle einen gleichmäßigen Lernrhythmus.

Lerne tagtäglich, am besten zu den gleichen Zeiten.

Sorge dafür dass Du jede Nacht genügend Schlaf bekommst.

Langsam, aber sicher bringt auch beim Lernen mehr. 🙂

Einfache Meditationsübung für Kinder

Dass Meditation gut für das Konzentrationsvermögen und viele andere kognitive Fähigkeit ist bekannt. Und auch Kinder profitieren von achtsamkeitsbasierten Meditationsmethoden. Doch oftmals sind Meditationsübungen für Erwachsene nicht optimal für Kinder. Deshalb hier eine einfache Meditationsübung für Kinder.

Wenn ein Kind sich beispielsweise hinlegt und seinen Kopf auf einem Kissen angenehm platziert, kann man einen Teddybären auf den Bauch des Kindes setzen. Und dem Kind dann so etwas sagen wie: “Achte mal darauf wie der Teddybär hochgeht wenn du einatmest und wie er runtergeht wenn du ausatmest.”

Das hilft dem Kind auf spielerische Weise eine Bewusstheit für den eigenen Atem zu entwickeln und zu halten, und gleichzeitig tiefer ein- und auszuatmen und eine gesunde Bauchatmung zu behalten.

Auch angemessene musikalische Begleitung ist sehr hilfreich und nützlich um Kinder in einen Zustand angenehmer Entspannung zu begleiten.

Wichtig dabei ist dass man das Kind nicht überfordert – es braucht keine Marathon-Meditationssitzungen. Schon 3 Minuten täglich so eine kleine Meditationsübung durchzuführen kann sich sehr positiv auswirken.

Meditation ist gut für besseres Multitasking

Über die Nachteile des Multitaskings wurde schon oft berichtet. Wir wissen mittlerweile: im Zweifelsfall ist Monotasking besser als Multitasking, denn unser Gehirn verschwendet beim Multitasking viele Ressourcen einfach für das umherspringen zwischen verschiedenen Tätigkeiten.

Doch manchmal ist Multitasking unvermeidbar. Wie also können wir unsere Performance optimieren wenn wir multitasken müssen?

Eine neue Studie ((David M. Levy, Jacob O. Wobbrock, Alfred W. Kaszniak, Marilyn Ostergren. The Effects of Mindfulness Meditation Training on Multitasking in a High-Stress Information Environment. Proceedings of Graphics Interface, May, 2012i)) der Universität von Washington hat gezeigt: Meditation kann helfen besser zu multitasken und dabei zugleich das Stressniveau zu verringern.

Der Versuchsaufbau

3 Versuchsgruppe je 12 bis 15 Teilnehmer.

Gruppe A: 8 Wochen Meditationstraining (Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion)

Gruppe B: 8 Wochen Körper-Entspannungs-Training

Gruppe C: anfangs kein Training, aber nach 8 Wochen das gleiche Training wie Gruppe A

Vor und nach jeder 8-Wochen-Periode: Teilnehmer nehmen an stressigem Test teil der Multitasking erfordert (gleichzeitiges Nutzen von Email, Kalendern, Chats, Telefon, Office-Software).

Während der Tests haben Forscher die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Teilnehmer gemessen.

Die Teilnehmer selbst berichteten ihr Stresslevel und ihre Gedächtnisleistung.

Ergebnisse:

Stress:

Gruppe A: weniger Stress.

Gruppe B & C: nicht weniger Stress. (Gruppe C jedoch weniger Stress nachdem die Teilnehmer schließlich doch Meditationstraining bekamen)

Leistung:

Gruppe A: besseres Konzentrationsvermögen

Gruppe B & C: keine Verbesserung des Konzentrationsvermögen

Gedächtnis:

Gruppe A & B: besseres Erinnerungsvermögen

Gruppe C: erste 8 Wochen-Periode ohne Training, keine Verbesserung, doch nach 8 Wochen Meditationstraining Verbesserung.

Die Ergebnisse zeigen: Meditation kann auch von Vorteil sein für Leute die besser multitasken wollen und in einem sehr anspruchsvollen Umfeld arbeiten und dabei ihr Stresslevel minimieren wollen.

Negativer Innerer Dialog? Eine Einfache Übung für eine positive Transformation

Die Stimme im Kopf – einige Psychiater glaubten, dass es ein Anzeichen für Schizophrenie sei, doch heute wissen wir dass jeder Mensch eine innere Stimme hört. Und oftmals ist die nicht gerade ermutigend: ein negativer innerer Dialog sagt zum Beispiel Dinge wie: “Das hast Du ja mal wieder richtig gut versaut du Blödmann!” oder “War ja klar dass Du das vermasselst”.

Dass so etwas sich negativ auswirkt sollte eigentlich jedem der sich auch nur ein bisschen mit Mentaltraining befasst klar sein.

Was also kannst Du tun um einen negativen internen Dialog in etwas Positives zu verwandeln?

Wenn positive Affirmationen versagen

Viele Menschen probieren es mit positiven Affirmationen, doch die können manchmal auch nach hinten losgehen, gerade weil der innere Dialog sie oft sabotiert. Wenn ein Mensch zum Beispiel zu sich selbst sagt:

“Ich habe das Potential schnell zu lernen und mir Dinge gut zu merken.”

Dann kommt es oft vor dass der innere Dialog spättisch antwortet: “Ja, klar, mit deinem Sieb-Gedächtnis kannst du dir Dinge echt gut merken. Das glaubst du doch wohl selbst nicht!”

Das kann die Wirkung einer Affirmation ins Gegenteil dessen verwandeln was man eigentlich beabsichtigt hat.

Wie verwandelst Du Deinen negativen inneren Dialog in einen positiven?

Nun, als erstes erkenne einfach an dass ein Teil von Deiner Persönlichkeit Dir diese Botschaft geschickt hat. Nehme sie wahr, ohne zu werten.

Und dann richte Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Körper und Deine fünf Sinne für zehn Sekunden oder länger. Es wird Dir wahrscheinlich anfangs nicht gelingen Deine gesamte Aufmerksamkeit auf Deinen Körper oder Deine fünf Sinne zu richten, doch fokussiere so viel Deiner Aufmerksamkeit wie Du kannst auf Deinen Körper und Deine fünf Sinne.

Mehr gehört garnicht dazu.

Denn: anstatt Dich selbst in Gedanken zu verlieren wirst Du Dir so Deiner körperlichen Wahrnehmungen bewusst. Denn das aktiviert bestimmte Bereiche von Deinem präfrontalen Cortex.

Wir stecken viel zu oft in unserem eigenen Kopf fest.

Es ist im Grunde genommen eine einfache Meditationsübung, die Shirzad Chamine in seinem Buch Positive Intelligence (Positive Intelligenz) vorstellt. Und dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?) ist sie sehr wirkungsvoll. Allerdings sollte man nicht sofort ein Wunder erwarten: vielmehr sind stetige Wiederholungen dieser Übung notwendig um langfristig einen substabstanziellen Unterschied in der Art wie Du mit Dir selbst kommuniziert zu bewirken.

Du verwandelst nicht über Nacht Deinen internen inneren Dialog in einen positiven inneren Dialog – doch dafür kannst Du dies in vielen kleinen Schritten über einen Zeitraum von mehreren Wochen zuverlässig erreichen.

Shirzad Chamine hat diese einfachen Übungen ((er nennt diese Übungen PQ reps. Das steht für positive intelligence repetitions)) mit seinen Klienten durchgeführt und sagt: “Ich habe noch nie mit jemandem gearbeitet der täglich 100 PQ reps gemacht hat über einen Zeitraum von 21 Tagen und nicht substantielle und oftmals lebensverändernde Verbesserungen im Leben erfahren hat.”

100 Mal am Tag eine solche Mentalübung zu machen, das klingt erstmal nach viel. Über einen Zeitraum von 21 Tagen wären das immerhin 2100 Wiederholungen dieser Übung. Doch wenn Du bedenkst dass eine Wiederholung in 10 Sekunden erledigt sein kann, dann kommst Du auf 1000 Sekunden, also knapp 17 Minuten täglich. Allerdings sollst Du nicht 17 Minuten am Stück üben, sondern stattdessen über den Tag verteilt.

Woran erkennst Du wann Du ein PQ rep machen sollst? Nun, zum Beispiel immer dann wenn Du einen schlechten internen Dialog hast. Immer dann wenn sich Dein innerer Kritiker zu Wort meldet und Dich madig macht. Und einfach zwischendurch – während Du an einer roten Ampel stehst oder auf den Bus wartest.

Eine tolle Übung also die wir in unseren Werkzeugkasten des mentalen Trainings mit aufnehmen.

Meditation kann Ärzten helfen sich besser um ihre Patienten zu kümmern

Dass Meditation viele positive Effekte für Körper und Geist hat ist wird heute auch von Wissenschaftlern bestätigt. Eine neue Studie ((The Impact of a Program in Mindful Communication on Primary Care Physicians, Beckman, Howard B. MD; Wendland, Melissa; Mooney, Christopher MA; Krasner, Michael S. MD; Quill, Timothy E. MD; Suchman, Anthony L. MD; Epstein, Ronald M. MD)) hat nun gezeigt, dass Meditation auch für Ärzte einen klaren Nutzen haben kann.

Forscher aus den USA ((vom University of Rochester Medical Center)) konnten nachweisen dass Ärzte die ein in Meditation unterrichtet wurden danach besser imstande waren ihren Patienten zuzuhören – und somit für ihre Diagnose und den weiteren Behandlungsweg wichtige Informationen gewinnen konnten.

Ärzte aus New York haben 8 Wochen lang Meditation geübt, und zwar jeweils zweieinhalb Stunden, und dann einmalig ein ganztägiges Meditationstraining, und dann jeweils einmal im Monat für 10 Monate eine zweieinhalbstündige Meditationssitzung.

Die Forscher haben auch eine Pressemitteilung veröffentlicht: Physician’s Mindfulness Skills Can Improve Care for Patient and Provider

ADHS-Symptome verringern? Geh raus!

Eine Studie[fnote f=”1″]1[/fnote] hat gezeigt, dass ADHS[fnote f=”2″]2[/fnote] Symptome sich verbessern können wenn Betroffene Zeit draußen verbringen. Und zwar am besten in der Natur oder einem Park, besser als in einer Stadt.

Kinder im Alter zwischen 7 bis 12 Jahren wurden auf einen 20minütigen Spaziergang mitgenommen. Es gab 3 verschiedene Spaziergänge: a) in der Innenstadt, b) in der Nachbarschaft, c) in einem Park.

Alle Kinder haben nach einem kurzen Spaziergang besser bei Tests ihres Aufmerksamkeitsvermögens abgeschnitten, doch nach dem Spaziergang im Park waren die größten Veränderungen feststellbar.

Das soll natürlich nicht heißen, dass im Park spazierengehen ADHS heilen kann. Aber es ist eine einfache Maßnahme die man in den Alltag integrieren kann um ADHS-Kindern zu helfen sich besser zu konzentrieren.

In Anbetracht der Tatsache, dass Ritalin immernoch ein sehr umstrittenes Medikament ist kann es durchaus Sinn machen nach Alternativen zu suchen – und viele kleine Interventionen die helfen das Konzentrationsvermögen Schritt für Schritt zu verbessern mögen langfristig möglicherweise ein besserer Ansatz sein. Viel Zeit in der Natur zu verbringen kann ein Puzzlestück in diesem Puzzle sein.

  1. Taylor, A.F., and Kuo, F.E. (2009). Children with attention deficits concentrate better after walk in the park. Journal of Attention Disorders 12(5):402-409.
  2. ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom oder Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Verwandter Beitrag: Geh raus! (Ja, nach draußen, raus aus Deinem Zimmer/Haus) Gut für Dein Gehirn