Das Gehirn ist nicht immer zuverlässig

Warum man manchmal eben nicht auf sein Gehirn hören sollte… zumindest wenn man Homer Simpson heißt ;-)

Doch Spaß beiseite – das Gehirn ist tatsächlich unzuverlässig, und zwar auf grundlegende Weise, das haben sogar Studien1 gezeigt.

Wissenschaftler haben ein wenig Unruhe ins Gehirn einer Ratte gebracht – sie haben künstlich Aktivität in einem einzelnen Neuron erzeugt. Sie wollten wissen was dann passiert – ob es einen Schmetterlingseffekt geben würde, wie man ihn zum Beispiel aus der Meteorologie kennt.

Und in der Tat: dieses eine Signal führte zu Aktivität in etwa 30 angrenzenden Neuronen. Die jeweils wiederum ihre Aktivität an jeweils 30 angrenzende Neurone weiterleiteten, und so weiter – bis Millionen von Neuronen so aktiviert wurden.

Die Wissenschaftler sind so zu dem Schluss gekommen, dass es im Gehirn unglaublich viel Lärm gibt – quasi neurologische Störgeräusche. Dass das Gehirn jedoch sehr gut mit diesem “Lärm” umgehen kann, und trotzdem so gut funktioniert (besser als jeder Computer) ist ein Zeugnis für die Wertarbeit die Mutter Natur in unseren Köpfen geleistet hat.

Auch optische Täuschungen machen sichtbar, dass unser Gehirn nicht fehlerfrei funktioniert:

Die Abstände zwischen den weißen und schwarzen Punkten scheinen sich zu verändern, doch dabei bleiben sie gleich.

  1. London et al. Sensitivity to perturbations in vivo implies high noise and suggests rate coding in cortex. Nature, 2010; 466 (7302): 123 DOI: 10.1038/nature09086 []

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