Die beste Tageszeit für kreatives Denken? (Wissenschaftliche Studie)

Wir alle wissen dass es im Laufe eines Tages bestimmte Zeiten gibt während denen wir besser arbeiten, und Zeiten in denen wir einfach… nun, durchhängen.

Die meisten Menschen haben morgens einen klaren Kopf und können sich am besten fokussieren, und dann nach dem Mittagessen nimmt die geistige Leistungsfähigkeit deutlich ab.

Doch Forscher1 haben nun herausgefunden, dass es auch darauf ankommt welche Art von mentaler Funktion durch eine bestimmte Arbeitsaufgabe gefordert wird.

Kreativität scheint nämlich ihren Untersuchungen2 zufolge dann am besten zu funktionieren, wenn Du eben nicht in geistiger Höchstform bist.

Wie haben sie das herausgefunden?

Nun, als erstes haben sie festgestellt ob Versuchsteilnehmer eher Morgen-Menschen oder Abend-Menschen sind – also ob sie gern früh aufstehen und sich morgens fit fühlen, oder ob sie eher spät aufstehen und dann bis spät in die Nacht arbeiten3.

Dann haben sie die Menschen die weder Morgen- noch Abend-Menschen sind (weil sie sich im neutralen Bereich befinden) aussortiert, um zu aussagekräftigeren Erkenntnissen zu gelangen.

Dann sollten die Teilnehmer drei analytische Probleme lösen (welche logisches Denken erforderten), und drei Probleme welche kreatives Denken erforderten, und zwar zu verschiedenen Tageszeiten.

Das Ergebnis?

Unabhängig davon ob die Teilnehmer analytische Probleme am Abend oder am Morgen durchführten, es wurde kein Unterschied in ihrer Leistungsfähigkeit festgestellt.4

Bei Problemen die jedoch kreative Lösungsansätze verlangten wurden Unterschiede erkennbar: interessanterweise haben Morgen-Menschen bessere kreative Lösungen gefunden wenn sie die Probleme am Abend lösen sollten. Und Abend-Menschen waren besser im kreativen Problemlösen am morgen!

Wenn es also um kreatives Denken geht, scheint die beste Zeit dann zu sein, wenn wir eben nicht in geistiger Bestform sind.

Die Versuchsleiterin erklärt sich dieses Phänomen so: wenn wir geistig nicht mehr ganz in Bestform sind, ist unser Konzentrationsvermögen auch nicht mehr das beste – insbesondere lässt unsere Fähigkeit nach unrelevante und unwichtige Dinge aus unserem Bewusstsein zu halten.

Doch genau das ist für kreatives Denken ja notwendig: (scheinbar) unzusammenhängende, unerwartete, nicht naheliegende gedankliche Verknüpfungen zu erstellen, um so zu innovativen Lösungsansätzen zu kommen.

Quelle: Albion College

  1. Mareike Wieth vom Albion College in den USA []
  2. veröffentlich in einer kürzlich erschienen Ausgabe von Thinking & Reasoning []
  3. dies haben sie mit dem Morningness Eveningness Questionnaire getan, einer weitverbreiteten Methode die 1976 von Horne und Ostberg entwickelt wurde und im Grunde genommen darin besteht einige Fragen zu beantworten []
  4. Dieses Ergebnis ist an sich schonmal interessant – ich hätte erwartet dass Morgenmenschen am morgen tatsächlich auch besser im Lösen von analytischen Problemen sind. []

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