Gehirn 2.0 – Wie Twitter, Facebook & Co auf das Konzentrationsvermögen wirken

Kein Zweifel – heutzutage ist “social media” einer der größten Trends. Von diktatorischen Regimen die durch volksaufstände Überworfen werden bis zu schummelnden Großkonzernen, deren dunkle Geheimnisse auf Web2.0 Plattformen verbreitet werden – das “neue” Internet wird gerade in aller Munde hoch gehandelt. Viele Menschen verbringen jetzt mehr und mehr Zeit mit Facebook, Twitter and anderen sozialen Netzwerken, und es lohnt sich darüber nachzudenken, ob und wie sich diese Aktivität auf das Gehirn auswirkt.

Zuerst sei gesagt – wir sind keinesfalls gegen Web 2.0. Im Gegenteil, wir nutzen es selbst schon seit vielen Jahren. Was hier kommt ist also kein Argument wie das, das einst gegen Lokomotiven gemacht wurde. (Als Lokomotiven eingeführt wurden, gaben “Experten” allerlei Bedenken zu Kunde: zum Beispiel dass die Milch von Kühen sauer werden würde, wenn sie sich mit der rasenden Geschwindigkeit eines Zuges durch die Landschaft bewegten).

Auch erleichtert das Internet das Auffinden von Informationen und man kann heute kostenlos Vorlesungen von Eliteuniversitäten aus allen Teilen der Welt im Internet ansehen.

Doch es gibt auch einen Fallstrick: die Art und Weise, wie sich social media auf das Konzentrationsvermögen auswirkt.

Wissenschaftler wissen heute, dass unsere Gehirne so gestrickt sind, dass wir bevorzugt auf Ablenkungen reagieren. Jedes mal wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas anderes richten, bedingt durch eine Veränderung in unserer Umwelt, wird in unserem Körper eine kleine Menge an Adrenalin freigesetzt.

Vom evolutionären Standpunkt aus gesehen macht das viel Sinn. Wenn wir in der Steppe sitzen und uns die Haare kämmen, und plötzlich sehen wir im Augenwinkel einen Schatten vorbeihuschen, dann kann es überlebenswichtig sein, dass wir unsere Aufmerksamkeit schnell darauf richten und herausfinden, ob das vielleicht ein Tiger ist, der gleich über uns herfallen will. Das Adrenalin das freigesetzt wird mobilisiert sofort unsere Kräfte.

Doch in unseren modernen Zeiten erfordern die Ablenkungen des Internets eigentlich kein Adrenalin mehr. Und trotzdem – so schnell stellt sich unser Körper nicht um.

Es liegt in der Natur von social media, dass wir ständig von einem Gedanken zum nächsten springen, und oftmals handelt es sich um Gedanken die nichts miteinander zu tun haben. Ein Twitter-Stream, eine Facebook-Wall sind oft zufällig zusammengewürfelte Gedanken verschiedener Menschen. Ein politischer Kommentar neben einem lustigen Cartoon neben einem neuen Feature von Apples nächstem iGerät nebem der Offenbare, welche Marmelade @sandraw98 heute morgen auf ihr Toast geschmiert hat.

Es gibt noch keine wirklich aussagekräftigen Studien über die Auswirkungen des “sozialen Internets” auf das Gehirn. Aber wer mal im Selbstversuch ein paar Stunden lang twittern und facebooken will und sich anschließend konzentriert für mehrere Stunden einem Thema widmen will wird oft feststellen, dass die Gedanken umherhüpfen wie ein Grashüpfer der an einer Kaffeebohne genagt hat.

Es gibt viele Gründe die für die Nutzung von social media sprechen – doch gleichzeitig lohnt es sich auch geziehlt mentales Training zum Erhalten und Erweitern der eigenen Konzentrationsfähigkeit durchzuführen.

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