Geistige Abwesenheit

Geistige Abwesenheit ist ein Phänomen das wir alle kennen. Ohne nachzudenken legen wir unseren Schlüssel hier oder dorthin – und wenn wir ihn dann brauchen können wir uns nicht mehr erinnern wo wir ihn abgelegt haben. Und die anschließende Suchmission führt dazu dass wir frustriert und verägert werden je mehr Zeit wir damit verbringen den Schlüssel (vergeblich) zu suchen. In diesem Beitrag schauen wir uns an was die besten Voraussetzungen für geistige Abwesenheit sind, wer darunter am meisten leidet und was Neurowissenschaftler über geistige Abwesenheit wissen.

Was also ist der ideale Nährboden für geistige Abwesenheit? Warum ist es zum Beispiel so oft ein Schlüssel der abhanden gekommen ist, oder die Brille die wir suchen? Gibt es Situationen die besonders prädestiniert dafür sind uns geistig abgleiten zu lassen?

Am häufigsten sind wir geistig zerstreut wenn wir etwas tun das wir schon häufig getan haben; eine Tätigkeit welche keinerlei Hirnschmalz benötigt. Routinehandlungen die wir aus dem FF beherrschen.

Interessant ist, dass es Menschen gibt die besonders häufig zerstreut sind, und andere Menschen die dieses Problem nur sehr selten haben. Und es ist keinesfalls so, dass intelligente Menschen seltener geistig zerstreut sind. (Das Klischee vom genialen, aber zerstreuten Universitätsprofessor oder Wissenschaftler ist durchaus in der Realität begründet. So hat zum Beispiel Albert Einstein häufig seine Schlüssel vergessen und musste dann seine Hauswirtin wachklingeln wenn er spät nachts nach Hause zurückkehrte damit sie ihm aufschloss).

Auch für Gehirnforscher ist das natürlich ein spannender Themenbereich. Wie kommt es dass das Gehirn zerstreut ist? Was passiert auf neuronaler Ebene?

Wissenschaftler haben Menschen die häufig zerstreut sind mit Hilfe von modernen Maschinen1 ins Gehirn geguckt. Und sie konnten feststellen: bei zerstreuten Menschen lassen sich andere Aktivierungsmuster in bestimmten Hirnregionen feststellen als bei Menschen die selten zerstreut sind. Vor allem im rechten Gyrus frontales inferior ist Aktivierung erkennbar – dieser Hirnbereich ist unter Anderem in Prozesse involviert wenn eine Handlung reduziert werden soll.

Es scheint also tatsächlich so, als ob das Gehirn von Menschen die oft zerstreut sind “anders eingestellt” ist – was ja keineswegs eine sonderlich überraschende Erkenntnis ist. Doch durch konkrete Studien wie diese kommen wir dem Phänomen von neurowissenschaftlicher Perspektive aus auch näher, was zum Beispiel eines Tages hilfreich sein könnte wenn es darum geht die Wirksamkeit von Methoden gegen geistige Abwesenheit zu testen, und auf wisssenschaftlich objektive Weise herauszufinden was am besten wirkt.

  1. bei den “modernen Maschinen” handelt es sich um bestimmten Tomographen (fMRI)

 

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