Gute Ideen finden

Wie entstehen gute Entscheidungen? Wenn wir Ideen für einen Lösungsansatz suchen, wie sortieren wir aus welche Ideen gut und welche schlecht sind?

Und gibt es vielleicht einen Trick der uns dabei helfen kann gute Ideen besser von schlechten Ideen zu unterscheiden?

Die Antwort, zumindest auf die letzte Frage, lautet: ja.

Das hat eine kürzlich veröffentlichte Studie aus den Niederlanden bewiesen.

112 Studenten nahmen an dieser Studie teil. Jeder von ihnen hatte zwei Minuten Zeit um eine gute Idee für ein einfaches Problem zu finden – um genauer zu sein, sie sollten sich einfallen lassen wie man die Erfahrung des an der Kasse in der Warteschlange stehens verbessern könnte.

Die 112 Studenten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe sollte sich sofort an die Lösung des Problems machen. Die zweite Gruppe sollte erst ein einfaches Videospiel spielen für zwei Minuten, und dann erst anfangen nach Ideen zu suchen.

Beide Gruppen kamen ungefähr mit der gleichen Menge an Ideen hervor – was die Kreativität betraf gab es also keine Unterschiede. Beide Gruppen sollten Ideen aufschreiben, und wie bereits gesagt – von der Menge her ähnelten sie sich.

Interessant wird es im nächsten Schritt: nun sollten sie nämlich ihre besten, kreativsten Ideen auswählen. Also im Grunde genommen ein “negativer” Prozess, denn es sollten ja Ideen aussortiert werden – eine Tätigkeit, die einen kritischen Denkfilter erfordert.

Diejenigen die zuvor kurz das Videospiel gespielt haben, waren nämlich besser darin ihre eigenen besten Ideen auszuwählen. (Natürlich ist der Begriff “beste Idee” etwas sehr subjektives – aber jede Idee wurde von einer unabhängigen Jury bewertet, so dass man durchaus sagen kann es gibt ein konsistentes Beurteilungs- und Vergleichskriterium).

Die Leute, die zuerst ein wenig mentaler Zerstreuung gefrönt haben (nämlich das Videospiel), bevor sie sich an die Lösung gemacht haben, waren etwa doppelt so gut darin ihre eigenen guten Ideen von milttelmäßigen Ideen zu unterscheiden.

Das ist ja durchaus eine einfache Methode, die auch wir in unserem Alltag anwenden können – wenn wir verschiedene Ideen brainstormen, und uns dann für eine Entscheiden, vorab eine kurze Zerstreuungspause einzubauen ist ja sehr einfach machbar.

Warum es diesen Effekt gibt, das wissen wir immernoch nicht. Aber dass er messbar nachvollziehbar ist kann uns ja schon Grund genug sein ihn für unsere eigenen Interessen zu nutzen.

Mentaltraining muss also nicht immer “anstrengend” sein – manchmal kann es einfach nur ein kleines Videospiel für ein paar Minuten gespielt, zum richtigen Zeitpunkt sein, dass uns hilft unseren Denkapparat wirksamer einzusetzen.

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