Ihr episodisches Gedächtnis – Was haben Sie letzte Woche gemacht?

Es viele Arten von Intelligenz, und viele verschiedene spezielle Unterarten von Gedächtnisleistungen.

Eine häufig übersehene Form von Gedächtnistraining ist die Fähigkeit, sich an Erlebtes und Getanes zu erinnern. Wissen Sie zum Beispiel noch, was Sie an Ihrem 18. Geburtstag gemacht haben? Oder was Sie vorgestern zu Mittag gegessen haben? Wann und wo Sie das letzte mal eine Hose gekauft haben?

Wer war der erste Mensch mit dem Sie sich vor drei Tagen unterhalten haben? Worum ging es bei der Unterhaltung?

Was war der letzte Film den Sie im Kino gesehen haben? Wo waren Sie als Sie von den Anschlägen am 11.September 2001 zum ersten mal Notiz genommen haben? Was haben Sie vorletztes Jahr zu Sylvester gemacht?

Wenn Sie all diese Fragen mühelos beantworten können haben Sie ein hervorragendes Gedächtnis wenn es um etwas geht, dass Sie selbst erlebt haben, ein ausgezeichnetes biographisches oder episodisches Gedächtnis.

Und wenn Ihnen die Antworten schwer gefallen sind, dann haben Sie halt noch Potential Ihre Fähigkeiten hier weiter auszubauen.

Eine der einfachsten Wege Ihr episodisches Gedächtnis zu trainieren ist einfach, sich am Ende eines Tages ein paar Augenblicke Zeit zu nehmen, um ganz bewusst im Geiste den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen.

Erinnern Sie sich daran: wie ging es Ihnen beim Aufwachen? Woran haben Sie gedacht? Was haben Sie nach dem Aufstehen zuerst gemacht? Was haben Sie zum Frühstück gegessen? Wie war das Wetter als Sie das Haus verlassen haben? Können Sie sich an das Gesicht des ersten Menschen erinnern, der Ihnen draußen auf der Straße aufgefallen ist?

Gehen Sie Ihren Tagesablauf in größtmöglicher Feinauflösung durch. Rufen Sie sich jedes einzelne Detail in Erinnerung. Am besten schreiben Sie all diese Dinge auf. Sie müssen nicht in ganzen Sätzen schreiben, Stichworte reichen aus solange Sie selbst wissen, was gemeint ist.

Anschließend gehen Sie die Liste noch einmal durch und markieren Sie all die Dinge die wichtig und relevant waren. Das hilft Ihrem Gehirn zu künftig besser entscheiden zu können, welche Erlebnisse es wert sind im Langzeitgedächtnis gespeichert zu werden. Sie wollen Ihr Gehirn auf diese Weise darauf trainieren, sich wesentliche Dinge besser merken zu können, und zugleich allgemein Erlebtes besser zu erinnern.

Wenn Sie sich diese Übung zur tagtäglichen Gewohnheit machen, werden Sie sehr bald feststellen, dass Ihr episodisches Erinnerungsvermögen besser wird. Und wenn Sie einfach nicht die Zeit haben tagtäglich ein “Logbuch” zu führen, dann ist es auch schon hilfreich den Tag in Gedanken nochmal durchzugehen.

Die Unterteilungen unseres Gedächtnisses sind erdacht, nicht real

Übrigens – die Unterteilung unseres Gedächtnisses in episodisches Gedächtnis, autobiographisches Gedächtnis, visuelles Gedächtnis und so weiter sind größtenteils willkürlich von uns Menschen erdacht worden. Es sind hilfreiche Konzepte in vielen Fällen, aber wir sollten uns das ganze nicht als ganz klar voneinander unterteilte “Gehirnsektionen” vorstellen. Wir könnten zum Beispiel das episodische Gedächtnis unterteilen in das gustatorisch episodische Gedächtnis – also ein Gedächtnis, dass alle Geschmackswahrnehmungen erinnert.

Manchmal kann diese Form der Unterteilung von Nutzen sein, aber in manchen Fällen kann Sie auch zu übermäßig starren Gedankenmodellen führen. Seien Sie sich also bewusst, dass es für die Unterteilung unseres Gedächtnisses in verschiedene Sektionen nur sehr begrenzt biologische Grundlagen gibt, und es größtenteils einfach Gedankenmodelle und Theorien sind.

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