Kreuzworträtsel als Gehirnjogging? (Wissenschaftliche Studie)

Viele Menschen lösen Kreuzworträtsel um geistig fit zu bleiben und etwas für ihre grauen Zellen zu tun. Und tatsächlich steht ja auch in vielen Magazinen dass Kreuzworträtsel eine gute Form von Gehirnjogging sind.

Doch stimmt das auch wirklich? Ist die Richtigkeit dieser Aussage belegt? Stammt diese Behauptung von Neurowissenschaftler und Medizinern, oder von Journalisten und Werbetextern?

Schon vor über einer Dekade – im Jahr 1999 – untersuchte der Psychologe David Z. Hambrick die Wirkung von Kreuzworträtseln auf das menschliche Gehirn.

In vier Studien mit insgesamt etwa 800 Teilnehmern zwischen 18 bis 80 Jahren kam er zu dem Ergebnis, dass Kreuzworträtsel keinen Trainingseffekt für das Gehirn haben.

Es stimmt zwar dass Menschen die regelmäßig Kreuzworträtsel lernen besser darin werden Kreuzworträtsel zu lösen – doch gibt es keinen messbaren Übertrag auf andere Fähigkeiten. Die wichtigste Eigenschaft zum Lösen von Kreuzworträtseln ist Allgemeinwissen der Art das in Kreuzworträtseln angewendet wird.

In den Studien wurde beispielsweise der Wortschatz, das logische Denken und andere geistige Fähigkeiten der Teilnehmer getestet. In keinem Bereich war eine Verbesserung durch das Lösen von Kreuzworträtseln nachweisbar.

Beim Kreuzworträtsellösen handelt es sich um ein “Expertenkönnen”; es ist jedoch keine Verbesserung geistiger Verarbeitungsprozesse nachweisbar.

Insofern stellt sich die sollte man Kreuzworträtsel nicht als Gehirnjogging/Gehirntraining/mentales Training ansehen, sondern als geistige Betätigung. Doch Betätigung allein führt nicht notwendigerweise zu einer Verbesserung oder Verstärkung von Fähigkeiten.

Warum also werden Kreuzworträtsel immernoch so häufig als “Gehirnjogging” angepriesen?

Nun, in der Tat ist es ja eine geistige Betätigung die durchaus bewusstes Nachdenken erfordert. Und vor allem macht es Spaß – und wer mit Freude einer geistigen Tätigkeit nachgeht, der tut seinem Gehirn auf jeden Fall schonmal etwas Gutes, zumindest mehr als das der Fall wäre wenn er oder sie sich eine neue Folge von “Deutschland sucht den Superstar” anschaut :-)

Quelle:J Exp Psychol Gen. 1999 Jun;128(2):131-64.Predictors of crossword puzzle proficiency and moderators of age-cognition relations.Hambrick DZ, Salthouse TA, Meinz EJ.SourceSchool of Psychology, Georgia Institute of Technology, Atlanta 30332, USA.

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