Lernen durch Wiederholung

Lernen durch Wiederholung funktioniert. Das hat eine kürzlich veröffentlichte Studie der Cambridge Universität bewiesen. (Und das ist nur eine von vielen Studien, die diese Tatsache untermauert).

Schon die alten Römer wussten: Repetitio mater studiorum est – Wiederholung ist die Mutter des Lernens.

Wir werden gleich noch darauf zu sprechen kommen, ob und in welchen Fällen Lernen durch Wiederholung die effektivste Lernmethode ist. Aber schauen wir uns zuerst diese interessante Studie an.

Die Wissenschaftler der Cambridge Universität haben herausgefunden, dass allein durch wiederholtes Zuhören ein neues Wort dauerhaft im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden kann.

Genauer gesagt: 160 Wiederholungen innerhalb von 14 Minuten.

Die Forscher konnten diese Zahl so präzise ermitteln, weil sie auch Hirnscanns von der Versuchsteilnehmern machten. Sie verglichen, wie das Gehirn auf bereits bekannte Worte reagiert – und wie das Gehirn auf unbekannte Worte reagiert. Es gibt einen deutlichen Unterschied wie bekannte und unbekannte Worte vom Gehirn verarbeitet werden.

Nach 160 Wiederholungen innerhalb von 14 Minuten (das entspricht etwa einer Wiederholung alle fünf Sekunden) reagierte das Gehirn auf ein zuvor unbekanntes Wort nicht mehr als ein unbekanntes, sondern als ein bereits bekanntes Wort.

Es ist faszinierend! So schnell kann unser Gehirn neue Verknüpfungen schaffen.

Nun ist dieses Beispiel erstmal nicht sehr praxisbezogen. Denn innerhalb von 14 Minuten EINE Vokabel zu lernen ist nicht gerade eine beeindruckende Leistung.

Bedenke allerdings: die Versuchspersonen haben nur zugehört – sie haben die Worte nicht selbst wiederholt, oder bewusst versucht sich diese Worte zu merken. Es waren keine Lernbemühungen involviert.

Für wen ist das also wichtig? Schlaganfall-Patienten. Besonders die mit Hirnschädigung. Wenn nämlich auch bei ihnen diese Neu- und Umverkabelung so schnell stattfindet, kann das eine wirkungsvolle Reha-Maßnahme werden.

Doch für geistig gesunde Menschen gilt: Wiederholung ist wichtig für das Gehirn. Niemand bezweifelt das. Wer wiederholt, prägt sich Wissen besser ein.

Jedes mal wenn Sie sich an etwas erinnern, aktivieren Sie das neuronale Netzwerk dieser Erinnerung. Und mit jeder Aktivierung verstärken Sie die isolierende Myelinschicht – und damit das physikalische Fundament Ihrer Erinnerung.

Lernen durch Wiederholung funktioniert.

Doch Lernen durch Assoziation und Imagination kann den Prozess stark beschleunigen. Es handelt sich hierbei um eine einfache Lerntechnik, die jeder meistern kann. Mit Hilfe von einfachen Mnemotechniken sind Sie nicht auf Lernen durch Wiederholung allein angewiesen. Lernen muss nicht langsam, mühsehlig und langweilig sein. Es kann auch schnell gehen und Spaß machen.

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Doch zurück zur Studie. Warum habe ich sie hier erwähnt? Was ist so interessant daran?

Bisher hat noch niemand untersucht, was genau im Gehirn bei Wiederholung passiert. Das ist neu, und interessant.

Ein wichtiger Faktor beim Lernen durch Wiederholung ist jedoch auch, wann die Wiederholung stattfindet. Andere Studien haben gezeigt, dass Wiederholungen dann am wirksamsten sind, wenn eine Erinnerung gerade zu verblassen droht. Das sture Wiederholen, wie es in der Studie getan wurde, ist bei weitem nicht die effektivste Art mit Wiederholung zu lernen. Durch das beachten bestimmter Zeitintervalle kann auch mit viel weniger Mühe und Zeitaufwand (pro einzelnes Wort) mehr gelernt werden. Auch dazu erfahren Sie mehr im KopfKurs.

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