Mentales Trainings vs. mentale Aktivität

Gestern haben wir die Frage gestellt: Funktioniert Gehirnjogging?

Und der heute Beitrag schließt daran an.

Viele Leute glauben dass Sudoku oder Kreuzworträtsel gute Denksportaufgaben sind um sich geistig fit zu halten. Wie wir gestern im Beitrag Kreuzworträtsel als Gehirnjogging? erfahren haben gibt es jedoch keinen nachweisbaren Transfereffekt bei Kreuzworträtseln.

Deshalb wollen wir uns heute nochmal einer wichtigen Unterscheidung widmen, und zwar dem Unterschied zwischem mentalem Training und mentaler Aktivität.

Mentale Aktivität ist das was wir beständig tun – wenn wir ein Buch lesen, sind wir mental aktiv. Aber auch wenn wir Fernsehen gucken sind wir mental aktiv, denn wir folgen ja im Geiste dem Geschehen. Auch wenn wir uns mit jemandem unterhalten sind wir mental aktiv, oder eben auch wenn wir ein Kreuzworträtsel lösen.

Mentales Training jedoch ist eine Tätigkeit, welche gezielt bestimmte mentale Funktionen trainieren – d.h. verbessern – soll. Eine mentale Funktion ist nicht eine bestimmte Tätigkeit, sondern eben eine Funktion, eine Fähigkeit, die wir in vielen verschiedenen Tätigkeiten einsetzen können.

Das mag ein wenig nach Haarspalterei klingen, ist aber nichtsdesto trotz eine wichtige Unterscheidung die wir treffen sollten.

Um den Unterschied anschaulicher zu machen wollen wir uns den Unterschied zwischen körperlicher Aktivität und körperlichem Training bewusst machen.

Wenn Herr Meier einkaufen geht, ist er ja durchaus körperlich aktiv. Schließlich bewegt er seinen Körper.

Aber wohl niemand würde das als “Training” bezeichnen. Training ist eine spezielle Tätigkeit, die durchgeführt wird um Muskeln aufzubauen oder die Ausdauer zu trainieren. Wer zum Beispiel Liegestütze macht, der trainiert seine Brust-, Arm- und Schultermuskulatur. Wer Bauchpressen macht, der trainiert damit seine Bauchmuskulatur. Wer Marathon läuft trainiert seine Ausdauer.

Mit mentalem Training ist es ähnlich – eine Übung kann zum Beispiel das räumliche Denkvermögen trainieren. Eine andere Übung kann das Kurzzeitgedächtnis trainieren. Eine andere Übung kann die Reaktionszeit trainieren. Und so weiter.

Der Unterschied zwischen mentalem Training und mentaler Aktivität ist also in erster Linie dass mentales Training bestimmte Funktionen gezielt trainiert, während mentale Aktivität bestimmte Funktionen (zu einem Zweck) nutzt, ohne einen nennbaren Trainingseffekt.

Gleichzeitig ist es wichtig dass mentales Training verschiedene mentale Funktionen trainiert. Wenn ein Sportler nur Liegestütze machen würde, sonst aber keinerlei Training würde er sicherlich starke Arme bekommen – aber ein ausgewogenes, gesundes Trainingsprogramm wäre das keinesfalls. Um optimale geistige Fitness zu erreichen ist es wichtig unterschiedliche kognitive Funktionen zu trainieren.

Vielen Menschen ist dieser kleine, aber feine Unterschied nicht bewusst – und folglich verbringen sie viel kostbare Zeit mit mentaler Aktivität (ohne nennenswerten positiven Trainingseffekt für ihr Gehirn), und vernachlässigen es dabei – unbeabsichtigt – ihr Gehirn zu trainieren.

Wir haben unseren MentalTraining Kurs so strukturiert, dass jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer effektiv seine Gehirn trainieren kann.

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