Mit dem Alter vergesslich werden… Angst vor Alzheimer & Demenz

Wenn Menschen älter werden vergessen sie häufig etwas. Das bemerkte auch Michael F.

Namen von Schauspielern die ihm auf der Zunge lagen – aber er kam trotzdem nicht drauf. Und wo hat er seine Schlüssel hingelegt?

Ach, und dann hat er ganz vergessen den Brief abzuschicken…

“Mensch, mit mir geht’s bergab”, dachte er sich, “meine grauen Zellen verkalken wohl schon langsam.”

Und jedes mal wenn er wieder etwas vergessen hatte, dann erinnerte er sich daran wie er kürzlich etwas anderes vergessen hatte, und dann noch etwas. Wie eine Kettenreaktion.

Wenn ihm (zu spät) aufgefallen ist, dass er vergessen hat ein Zeitungsabo zu kündigen, dann ärgerte er sich über seine Vergesslichkeit – und er erinnerte sich daran dass er letztends nach dem Zettel gesucht hat auf den er eine Telefonnummer aufgeschrieben hat und vergessen hat wo er ihn hingelegt hat.

Und all das führte dazu, dass er sich tatsächlich Sorgen machte: ‘Was, wenn das tatsächlich Alzheimer ist? Was wenn ich demnächst nicht nur vergesse Bananen vom Einkaufen mitzubringen, sondern meine Familienmitglieder vergesse?’

Gedanken wie diese plagten ihn immer häufiger.

Und wenn er im Fernsehen etwas über Alzheimer sah, oder im Internet etwas über Demenz laß… nun, es war der perfekte Nährboden für seine Sorgen.

Aber Michael war nicht der einzige der manchmal vergesslich war. Auch sein Neffe Rene vergaß manchmal etwas.

Doch wenn Rene etwas vergaß – nun, es schien ihn kaum zu bekümmern. “Ah, manchmal bin ich so verpeilt, haha!”, sagte er oft und lachte drüber.

Rene ging mit dem Vergessen ganz nonchalant um, war überhaupt nicht besorgt dass sich dahinter eine ernsthafte neurologische Störung versteckte.

Michael hatte Angst vor Alzheimer.

Rene nicht.

Und diese unterschiedliche Reaktion auf Vergesslichkeit – die machen einen tatsächlichen Unterschied.

Denn wer sich sorgt und aufregt und ereifert und bei jedem vergessenen Namen gleich den Teufel (oder Alzheimer) an die Wand malt, der tut sich selbst damit keinen Gefallen.

Auch wenn es nur ein Schreckgespenst ist – die Stresshormone die dadurch im Körper und Gehirn freigesetzt werden können tatsächlich Schaden verursachen. Und wenn diese Sorgen und Befürchtungen Bestandteil des Alltags werden dann ist unser Gehirn chronischem Stress ausgesetzt – die schlimmste und schädlichste Art von Stress.

Und das kann in der Tat degenerative Gehirnerkrankungen beschleunigen.

Noch dazu programmiert man sich durch die Selbstvorwürfe und abwertenden Bemerkungen und negativen Vorausahnungen selbst: es werden selbsterfüllende Prophezeiungen.

Wenn wir fest genug daran glauben dass unser Gedächtnis immer schlechter wird, und jeden kleinen mentalen Aussetzer als ein sicheren Symptom des unabwendbar bevorstehenden geistigen Verfalls interpretieren – nun, dann könnten wir am Ende auf eine perfide Weise dafür Sorgen, dass wir damit recht haben.

Obwohl es garnicht nötig gewesen wäre.

Also: entwickle ein entspanntes und lockeres Verhältnis zum Vergessen.Auch das ist mentales Training. Humor ist eine wunderbare Waffe gegen Sorgen und Ängste: lach über Deine Vergesslichkeit, bevor sie Dir das Lachen vermiest.

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