Musizieren: Gut für die Verarbeitungsgeschwindigkeit Deines Gehirns (wissenschaftliche Studie)

Eine neue Studie1 hat gezeigt, dass musizieren gut für’s Gehirn ist. Wie genau gut? Nun, es hilft dabei die neuronale Verarbeitungsgeschwindigkeit, besonders was das Verarbeiten von Sprache angeht, auch im Alter noch gut aufrecht zu erhalten.

Eines der häufigsten Probleme mit dem Hören, das ältere Menschen haben, ist dass sie nicht mehr gut imstande sind in einer lärmigen Umgebung zu verstehen was ihr Gesprächspartner sagt. Immer dann wenn der Geräuschpegel der Umgebung hoch ist, fällt es ihnen schwer die Stimme ihres Gesprächspartners “auszufiltern”.

musizieren egitarren

Interessant ist: dies liegt nicht daran, dass das Ohr beschädigt ist, sondern dass das Gehirn die auditiven Informationen nicht mehr so effektiv verarbeitet. Vor allem die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns verlangsamt sich – und das führt zum eben aufgeführten Problem.

Musiker jedoch sind auch im hohen Alter oft noch besser fähig ihren Gesprächspartner in einer lärmigen Umgebung zu verstehen.

Das liegt bei näherer Betrachtung ja auch durchaus nahe. Eine Musikerin muss zum Beispiel sehr genau auf Tonhöhen achten, während sie musiziert. Tonhöhen zu identifizieren ist auch für das Sprachverständnis wichtig. Eine Musikerin muss auch sehr genau auf das Timing von Tönen achten – und auch dies ist für Sprachverständnis essentiell.

Musiker haben ein besseres Arbeitsgedächtnis

Studien2 die das Arbeitsgedächtnis von Musikern und Nicht-Musikern verglichen haben sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Musiker im Durchschnitt ein leicht besseres Arbeitsgedächtnis haben.

Es ist nie zu spät ein Musikinstrument zu lernen. Du brauchst kein Virtuose zu werden – regelmäßiges Musizieren kann einen tiefgreifenden Effekt darauf haben wie Dein Nervensystem funktioniert. Und zwar nicht nur wie Dein Nervensystem funktioniert während Du musizierst, sondern wie Dein Nervensystem durch die Tätigkeit des Musizierens dauerhaft verändert wird.

In Deutschland beschäftigt sich zum Beispiel Professor Eckart Altenmüller vom Institut für Musikphysiologie und Musikermedizin in Hannover intensiv damit, wie Musik das menschliche Gehirn beeinflusst. Er ist ein angesehener Experte auf den Gebieten der Neurophysiologie und -psychologie von Musikern.

“Hirnzentren, die am Musizieren beteiligt sind, werden dichter vernetzt und vergrößern sich.” Das Sprachzentrum zum Beispiel, das so genannte Broca-Areal in der Großhirnrinde, wird stärker ausgebildet, ebenso die Planungsregion im linken Stirnhirn oder die Handregionen. Sogar die einzelnen Spielfinger spiegeln sich in der Schaltzentrale wider.
(Zitat aus Artikel der Südwest Presse)

Mehr darüber wie Du die auditive Verarbeitungsfähigkeit Deines Gehirns trainieren kannst erfährst Du in unserem Kurs zum Thema MentalTraining.

  1. Bei der Studie handelt es sich um eine Studie der Northwestern University in Evanston in den USA, sie wird in einer Ausgabe von Neurobiology of Aging veröffentlicht.
  2. mehr Informationen zu dieser und weiteren Studien findest Du auf der Webseite des Auditory Neuroscience Lab der Northwestern University.

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