Übungen gegen Vergesslichkeit

Es ist beunruhigend wenn man vergesslich wird. Wo hat man doch gleich die Geldbörse hingelegt? Hat man das verliehene Geld schon zurück bekommen? Wo findet man den Schlüssel? Wie war doch gleich der Name von…? Und die Pin Nummer von der EC-Karte?

Wer dauernd Kleinigkeiten vergisst, der hat nicht unnötig Stress im Alltag, sondern wird dann auch noch von ernsthaften Sorgen geplagt. “Werde ich senil? Ist das jetzt schon der Anfang von Alzheimer, oder Demenz?” Meist macht man sich diese Sorgen zu unrecht, denn in den wenigsten Fällen hat Vergesslichkeit oder Schusseligkeit tatsächlich etwas mit degenerativen Gehirnerkrankungen zu tun. Vielmehr sind die häufigsten Ursachen für Vergesslichkeit Stress, oder einfach dass Sie Ihr Gehirn nicht ausreichend trainiert haben.

Meist können Übungen gegen Vergesslichkeit dabei Abhilfe schaffen.

Gerade wenn Sie häufig zerstreut sind ist es sinnvoll Ihr Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Das Arbeitsgedächtnis besonders für Ihre Konzentrationsfähigkeit wichtig.

Während man im Langzeitgedächtnis Inhalte beliebig lange abspeichern kann, so kann das Arbeitsgedächtnis stets nur eine begrenzte Anzahl von Informationen gleichzeitig im Kopf behalten.

Das ist ein bisschen so wie mit einem Computer. Sie können Millionen Worte, Vokabeln, Bilder und Lieder auf einer großen Festplatte speichern. Doch Ihr Computer kann nicht alle Lieder gleichzeitig abspielen, alle Bilder gleichzeitig auf dem Bildschirm darstellen – einfach weil die Rechenleistung nicht so viele Aufgaben auf einmal abarbeiten kann.

Übung: Arbeitsgedächtnis trainieren

Wie trainiert man das Arbeitsgedächtnis? Wahrscheinlich haben Sie das sogar schonmal gemacht: zum Beispiel mit dem bekannten “Memory” Spiel. Karten werden verdeckt hingelegt, und man kann immer zwei Karten gleichzeitig aufdecken. Es gilt, die Paare zu finden. Dieses Spiel ist eine der einfachsten Arten das Arbeitsgedächtnis zu trainieren, und für den Einstieg durchaus sinnvoll und effektiv.

Übung: Visualisieren

Eine andere Übung gegen Vergessichlichkeit ist zum Beispiel den Weg zur Arbeit zu visualisieren. Und zwar in möglichst vielen Details. Wenn Sie morgens aus dem Haus gehen – was sehen Sie da als erstes? Und wohin gehen Sie dann weiter?

Gehen Sie die gesamte Route im Geiste einmal durch, und zwar ganz entspannt und in aller Ruhe. Rufen Sie aus Ihrem Gedächtnis so viele Details wie möglich ab. Welche Farbe haben die Häuser? Wie sehen Türen und Fenster aus? Wo sind Ampeln? Welche Läden? Wo stehen Bäume, wo Laternen? Und so weiter.

Und wenn Sie das nächste mal zur Arbeit fahren, dann achten Sie einfach mal genau auf Ihre Umgebung und vergleichen Sie das, woran Sie sich erinnert haben mit der tatsächlichen Umgebung.

So trainieren Sie Ihre Aufmerksamkeit und trainieren Ihr Gehirn darauf die Welt um Sie herum bewusster wahrzunehmen.

Übung: Gehen für’s Gehirn

Die wenigsten Menschen denken beim Gehirntraining wohl an’s Spazierengehen. Doch tatsächlich ist die eine der wichtigsten Übungen gegen Vergesslichkeit – denn damit tun Sie etwas für die physiologische Gesundheit Ihres Gehirns. Durchblutung und Sauerstoffversorgung werden durch regelmäßige Sparziergänge (oder andere aerobische Übungen) gefördert.

Es gibt viele wissenschaftliche Studien die belegen, dass Menschen die körperlich aktiv sind ein deutlich geringeres Risiko haben im Alter an Gedächtnisstörungen zu leiden im Vergleich zu denen die einen eher sesshaften Lebensstil führen.

Übung: Mathematik des Einkaufens

Auch diese Übung ist darauf ausgerichtet das Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Wenn Sie im Supermarkt einkaufen gehen, rechnen Sie einfach während Sie Waren in Ihren Einkaufswagen legen die Summe aus die Sie an der Kasse zahlen müssen. Diese simple Kopfrechenübung hilft Ihnen dabei Ihre grauen Zellen auf Trab zu halten. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie vor lauter Rechnerei nicht den halben Einkauf vergessen ;-)

Übung: Einkaufslisten merken

Und wo wir schon beim Thema Einkaufen sind: schreiben Sie alles was Sie einkaufen wollen auf einen Zettel und merken Sie sich den Zettel auswendig. Nehmen Sie den Zettel ruhig mit zum Einkaufen, doch schauen Sie erst drauf wenn Sie meinen alles bereits im Einkaufswagen zu haben, was auf der Liste steht. Bevor Sie zur Kasse gehen prüfen Sie ob Sie auch an alles gedacht haben.

Mit Hilfe von Mnemotechniken können Sie sich Einkaufslisten spielerisch leicht merken. Und wenn Sie das ein paar mal mit Einkaufslisten geübt haben, können Sie die gleichen Methoden auch auf andere Lebensbereiche anwenden.

Übung: Tagebuch führen

Viele Leute denken ein Tagebuch zu führen sei nur etwas für Teenager. Doch wenn Sie es sich zur Gewohnheit machen jeden Tag aufzuschreiben, was Sie im Laufe des Tages getan und erlebt haben, wird Ihnen das helfen strukturierter und klarer zu denken. Wenn Sie es nicht gewohnt sind Tagebuch zu führen, können Ihnen folgende Fragen dabei helfen etwas zu Papier zu bringen.

  • Was habe ich heute gesehen?
  • Was habe ich heute gehört?
  • Was habe ich heute getan?
  • Was habe ich heute gesagt?
  • Was habe ich heute geschmeckt?
  • Was habe ich heute gerochen?
  • Wem bin ich heute begegnet?
  • Was habe ich heute gekauft?

Je öfter Sie einen Eintrag in Ihr Tagebuch machen, desto leichter wird Ihnen das Schreiben fallen. Und Sie werden feststellen: auch Ihr Gedächtnis verbessert sich, und Sie erinnern sich auch im Laufe des Tages besser an Kleinigkeiten.

Wir haben in dieser Auflistung von Übungen gegen Vergesslichkeit ganz bewusst auf Gehirnjogging Spiele die man am Computer spielt verzichtet. Zum einen, weil es auch ohne geht und oftmals wird bei solchen Spielen die Wirksamkeit einer Übung ihrem Unterhaltungswert untergeordnet.

Diese und weitere Übungen für’s Gedächtnis finden Sie detailliert mit Hintergrundinformationen hier.

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