Videospiele im Übermaß schlecht für`s Gehirn

Forscher1 aus Japan haben untersucht welche Auswirkungen das regelmäßige spielen von Videospielen auf das Gehirn hat. Sie haben 240 Versuchsteilnehmer im Alter zwischen 6 bis 29 Jahren rekrutiert und ihre Gehirnaktivität gemessen.
Die Ergebnisse sehen nicht gut aus. Zum einen haben Menschen die regelmäßig Videospiele spielen weniger Aktivität im Frontallappen als Leute die nicht regelmäßig Videospiele spielen.
Schlimmer ist jedoch, dass die EEG Profile von Dauer-Spielern den EEGs von schwer Demenzkranken gleichen!
Doch was ist mit den vielen Studien die so oft zitiert werden die gezeigt haben, dass Videospiele durchaus auch eine Form von Gehirntraining sein können?
Nun, das stimmt in der Tat. Viele Videospiele stimulieren die Hirnareale die auf die Verarbeitung visueller Informationen und Motorik spezialisiert sind. Dafür werden jedoch die Bereiche die für Verhaltenskontrolle und überlegtes Denken zuständig sind vernachlässigt2.
Kinder die dauernd Videospiele spielen haben später im Leben vielleicht Probleme mit Impulskontrolle, denn Videospiele stimulieren vor allem die Amygdala – der Bereich des Gehirns der mit emotionaler Erregung zusammenhängt.
Was können wir daraus lernen?
Nun, Videospiele sind keineswegs “schlecht für’s Gehirn”. Das wäre eine falsche Verallgemeinerung.
Doch: ein kontrollierter Umgang macht sind. Videospiele sind so entwickelt, dass Menschen, und vor allem Kinder, immer weiter spielen wollen. Es ist wichtig dass man Kindern Grenzen setzt und sie nicht spielen lässt wann immer sie wollen. Viele Eltern benutzen Videospiele leider als eine Art “Babysitterersatz”. Das gibt ihnen zwar kurzzeitig Ruhe, aber langfristig schadet es der gesunden geistigen Entwicklung des Kindes und kann zu Konzentrationsstörungen führen. Vor allem weil Prägungen die sich im frühen Lebensalter entwickeln bestimmend für das ganze weitere Leben sein können sollte man die Gelegenheit also nutzen um seinen Kindern möglichst optimale kognitive Voraussetzungen mitzugeben.
Konkret könnte das zum Beispiel heißen: nicht mehr als eine halbe Stunde Videospiele am Tag, und erst wenn die Hausaufgaben gemacht sind. Auch könnte man die Regel aufstellen, dass ein Kind sich Videospiele erst “verdienen” muss, indem es zum Beispiel fünf Minuten meditiert – das würde nämlich die vernachlässigten Hirnbereiche für Belohnungsaufschub und Verhaltenskontrolle trainieren und somit eine gute Ergänzung sein.
  1. Dr. Akio Mori, Professor für Neurochirugie an der Tokyo Nihon Unversität in Japan
  2. laut Professor Ryunta Kawashima von Japan’s Tohoko Universität

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