Während des Schlafens erhöht das Gehirn seine Lernfähigkeit

Es gibt verschiedene Phasen des Schlafes. Wir wissen heute, dass Menschen ungefähr die Hälfte ihres Schlafes in einem traumlosen, leichten Schlaf verbringen. Bislang wunderten sich Wissenschaftler warum das so sei: sie konnten keinen Nutzen darin erkennen.

Nun weisen neue wissenschaftliche Erkenntnisse von der Berkeley Universität aus Kalifornien jedoch darauf hin, dass dieser traumlose Schlaf wichtig für unsere Lernfähigkeit ist. Bestimmte Arten von Gehirnaktivitätsströmen die von Forschern “Schlafspindeln” genannt werden helfen dem Gehirn dabei Erinnerungen aus dem Hippocampus in den präfrontalen Kortex zu transportieren.

Der Hippocampus hat ein begrenztes Speicherpotential. Und deshalb ist dieser Prozess wichtig, um überhaupt neue Informationen aufnehmen zu können – der Speicher wird quasi geleert, damit er wieder voll aufnahmefähig ist.

Matthey Walker vom Fachbereit Psychologie und Neurowissenschaften sagte, dass viele der neuen Studien darauf hinweisen, dass Schlafspindeln eine wichtige Funktion für optimales Lernen erfüllen.

Schlafspindeln treten vor allem in der zweiten Hälfte der Nacht auf. Wer also 6 Stunden oder weniger schläft, beraubt sich selbst seiner geistigen Aufnahmefähigkeit. Denn gerade die vierte bis achte Stunde des Schlafens ist es, die dazu führt dass das Gehirn optimal neue Wissensinhalte verarbeiten kann.

Hier ein Beispiel für einen Versuchsaufbau, mit dem die Wirkung von Schlafspindeln auf die geistige Aufnahmefähigkeit untersucht wurde.

44 junge Erwachsene mussten in einer kontrollierten Umgebung große Mengen an Information auswendig lernen. Die Ergebnisse wurden ausgewertet und aufgezeichnet.

Dann wurden zwei Gruppen gebildet. 22 der Teilnehmer konnten eineinhalb Stunden schlafen, die andere Gruppe musste wach bleiben.

Am Abend mussten beide Gruppe wiederum große Mengen an Information auswendig lernen.

Das Ergebnis?

Diejenigen, die wach geblieben sind konnten deutlich weniger Informationen erinnern als diejenigen die eineinhalb Stunden geschlafen hatten.

Noch dazu waren die Ergebnisse derjenigen die wach geblieben sind am Abend deutlich schlechter als am morgen.

Im Vergleich dazu waren diejenigen, die eineinhalb Stunden schlafen konnten nicht nur besser als die andere Gruppe, sondern sogar besser als sie am morgen gewesen sind.

Gehirnscans während dieser Studie haben gezeigt: Je mehr Schlafspindeln im Gehirn der Teilnehmer aufgetreten sind, desto mehr steigerte sich ihre Lernfähigkeit.

Schlaf hilft also nicht nur erworbenes Wissen zu konsolidieren (was bereits seit vielen Jahren bekannt ist), sondern auch um das Gehirn wieder aufnahmefähig zu machen.

Im Rahmen von Mentaltraining ist es auch wichtig, die eigenen Schlafgewohnheiten zu untersuchen und herauszufinden, ob man durch gesünderen Schlaf seine geistige Leistungsfähigkeit steigern kann.

Quelle: Wake deterioration and sleep restoration of human learning.

 

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