Warum Dein Gehirn gern ausblendet

Das menschliche Gehirn ist wie eine Maschine die darauf ausgerichtet ist Veränderungen wahrzunehmen, und dann zu entscheiden wie es auf die Veränderungen reagiert.

Das ist einer der Gründe weshalb unser Gehirn Dinge häufig ausblendet (wenn sie sich nicht verändern).

Man könnte sagen: Das Gehirn langweilt sich. Wenn etwas sich nicht genügend verändert, wenn es nichts neues zu bieten hat, fängt das Gehirn an dieses etwas einfach zu ignorieren.

Warum zum Beispiel bemerkst Du nicht wie sich Deine Hose an Deinem Bein anfühlt? Zumindest hast Du es bis eben wo ich es erwähnt habe nicht gemerkt. Warum schmeckt Dein Speichel für Dich geschmacksneutral? Warum bemerken wir Hintergrundgeräusche, wie zum Beispiel das Surren eines Ventilators oder einer Klimaanlage, so schnell nicht mehr? Unser Gehirn blendet derartige Wahrnehmungen einfach aus.

Im Englischen nennt man das adaption.

Dieser Prozess setzt im Grunde genommen eine Art Messlinie, einen 0-Punkt in Deiner Wahrnehmung. Den 0-Punkt selbst blendet Dein Hirn dann aus, winzige Abweichungen des 0-Punktes jedoch werden sehr präzise wahrgenommen.

Ein anschauliches Beispiel dafür ist kürzlich auf BBC genannt worden.

Selbstexperiment

Probiere einmal Deine Augäpfel komplett regungslos und unbewegt zu lassen. Dazu brauchst Du Deinen Zeigefinger und Deinen Daumen.

Dann drückst Du mit Zeigefinger und Daumen auf den Knochen des Augensockels, jeweils durch das untere und obere Augenlid. (Aber bitte: sanft, es ist keine Gewalt nötig).

Mache das mit einem Auge, und schließe das andere Auge oder bedecke es mit der anderen Hand.

Dann sieh auf einen Punkt und halte Deine Augen still, während Deine Finger Deine Augäpfel fixieren.

Wenn es Dir gelingt Deine Augäpfel tatsächlich regungslos zu belassen, wirst Du etwas erstaunliches feststellen: die Welt verschwindet vor Deinen Augen. Erst wenn Du Deine Augen wieder bewegst, kehrt sie zurück.

 

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