Wie funktioniert das Gedächtnis?

Unser Gedächtnis ist eines der wichtigsten mentalen Werkzeuge in unserem Leben. Unsere Fähigkeit uns an Informationen zu erinnern ist ausschlaggebend für unseren akademischen Erfolg, aber spielt auch in vielen anderen Bereichen unseres Lebens eine große Rolle.

Denn: Informationen sind nicht nur Daten und Fakten aus Fachbüchern, sondern auch all das, was andere Menschen uns in Gesprächen und über ihre Körpersprache mitteilen. Und das spielt auch im Berufs- und Privatleben eine wichtige Rolle.

Noch dazu kommt dass wir heute im Informationszeitalter leben. Die Fähigkeit neues zu lernen, und bereits Gelerntes umzulernen ist wichtiger als jemals zuvor.

Dabei ist es dennoch erstaunlich, wie wenig wir über die Mechanismen des Erinnerns eigentlich wissen. Nur wenige Menschen stellen sich überhaupt mal die Frage: Wie funktioniert das Gedächtnis?

In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber, wie Experten und Wissenschaftler die Funktionsweise unseres Gedächtnisses heute verstehen. Das wiederum hilft Ihnen dabei Ihr Gedächtnis zu trainieren.

Phase 1 – Arbeitsgedächtnis

Die erste Phase des Erinnern besteht erstmal darin Informationen aufzunehmen. Unser Arbeitsgedächtnis kann in etwa sieben Informationseinheiten zeitgleich verarbeiten.

Eine Informationseinheit kann alles mögliche sein: es kann eine Ziffer, die einzelnen Teile eines Satzes (so dass man sich an den Anfang des Satzes erinnern kann, wenn man am Ende angelangt ist), oder auch eine Zutat sein, die man zum Plätzchenbacken braucht.

Diese Informationseinheiten bleiben für etwa 30 bis 40 Sekunden im Arbeitsgedächtnis bevor Sie entweder “rausgeworfen” oder abgespeichert werden. Informationen die wir – oder genauer gesagt: unser Gehirn – für wichtig und merkenswert halten werden gespeichert, während alle andere Informationen gelöscht werden. “Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus” – so in etwa der Mechanismus hier.

In der Regel geschieht dies vollkommen automatisch und unbewusst – wenn Sie sich jedoch etwas bewusst merken möchten, gibt es Techniken aus dem Gedächtnistraining die Ihnen dabei helfen den “Filterprozess” der stattfindet zu beeinflussen.

Phase 2 – Langzeitgedächtnis

In dieser Phase werden Informationen langfristig gespeichert. Dies geschieht indem die neuen Informationen mit bereits im Gehirn vorhandenen Gedanken und Erinnerungen verknüpft werden. Diese Verknüpfungen werden Assoziationen genannt. Je mehr Assoziationen zu bereits in Ihrem Gehirn vorhandenen Informationen, desto besser werden Sie sich neue Informationen merken können.

Die meisten Mnemotechniken aus dem Gedächtnistraining sind im Grunde genommen Methoden um effektiv Assoziationen für neue Informationen zu schaffen.

Phase 3 – Abrufen

In Phase 3 geht es darum gespeicherte Informationen aus Ihrem Gedächtnis abzurufen. Sie haben bestimmt schonmal die Erfahrung gemacht, dass Sie sich an etwas erinnern wollten, es ihnen jedoch nicht gelungen ist.

Erst einige Minuten später fiel es ihnen wieder ein!

Warum ist das so?

Weil Ihr Gehirn nach den Informationen sucht, die sie abgreifen wollen, und ihre Nervennetzwerke quasi “abscannt”. Je strukturierter Sie Informationen in Ihrem Gehirn abspeichern, desto leichter und schneller findet ihr Gehirn Zugang dazu.

Mit mentalem Training können Sie gezieht “Wege” schaffen, die Ihr Gehirn benutzt um auf gespeicherte Informationen schneller Zugriff zu bekommen, und Ihnen so dabei hilft, sich besser zu erinnern.

Unser Ziel war es mit diesem Beitrag Ihnen eine Antwort auf diese Frage zu geben: “Wie funktioniert das Gedächtnis?”

Die Wahrheit ist: es gibt viele Arten diese Frage zu beantworten. Man kann sie auch vom neurochemischen Standpunkt aus beantworten, und auf viele andere Arten und Weisen.

Wichtig war an dieser Stelle für uns jedoch nicht, dass Sie ein möglichst genaues intellektuelles Verständnis der Mechanismen in Ihrem Gehirn bekommen, sondern, dass Sie nutzbare und anwendbare Einsichten bekommen, die Ihnen dabei helfen können sich besser erinnern zu können.

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