Wie gut Du Dir Informationen merkst wird beeinflusst von dem Zeitpunkt wann du schläfst

Es ist schon lange bekannt, dass Schlaf wichtig zur Konsolidierung von Gelerntem ist. Eine neue Studie hat jetzt gezeigt, dass auch der Zeitpunkt wann wir schlafen sich darauf auswirkt, wie gut wir uns an etwas erinnern können.

Die wichtigste Information: Am besten merken wir uns Informationen dann, wenn wir sie uns unmittelbar vorm Schlafengehen einprägen.

Wie sind die Wissenschaftler zu dieser Erkenntnis gekommen?

Nun, als erstes haben sie 200 Freiwillige rekrutiert.

Die sollten dann Wort-Paare auswendig lernen. Manche Wortpaare waren hatten einen Bezug zueinander (z.B. “Feuer, Rauch”), manche Wortpaare hatten überhaupt keinen Bezug zueinander (z.B. “Lampe,  Frage”).

Einige der Freiwilligen lernten die Wortpaare um 9 Uhr morgens, andere um 21 Uhr abends.

Die Wissenschaftler testeten dann mehrmals wie gut sich die Leute an die Wortpaare erinnern konnten: das erste mal nach 30 Minuten, das zweite mal nach 12 Stunden und das dritte mal nach 24 Stunden.

Nach 24 Stunden konnten sich diejenigen am besten an die Wortpaare erinnern, die um 21 Uhr abends gelernt haben und kurz danach schlafen gegangen sind – viel besser als diejenigen, die um 9 Uhr morgens gelernt haben und dann noch den ganzen Tag wach gewesen sind und erst abends geschlafen haben.

Interessant wäre es dann auch zu sehen, wie sich zum Beispiel ein Nickerchen unmittelbar nach dem Auswendiglernen am morgen auf die Testergebnisse ausgewirkt hätte. Leider haben die Forscher das nicht ausprobiert. Ich habe jedoch ähnliche Studien gelesen, und halte es für recht wahrscheinlich, dass die morgentlichen Versuchsteilnehmer sich deutlich besser an Wortpaare erinnert hätten, wenn sie direkt nach dem Lernen ein kleines Nickerchen gemacht haben. Das würde auch zu meiner persönlichen Erfahrung passen, und immer dann wenn ich mir etwas besonders gut einprägen möchte, plane ich es so ein dass ich danach zumindest ein Nickerchen machen kann um meinem Gehirn die Zeit zu geben die neuen Informationen sorgfältig in mein Gedächtnis zu integrieren.

Mentales Training beinhaltet nämlich nicht nur “Übungen für’s Gehirn”, sondern es beinhaltet auch, dass du ein besseres Verständnis davon hast wie dein Gehirn funktioniert, und wie du es optimal nutzen kannst.

Was kannst du daraus für dich mitnehmen? Welchen Nutzen hast du von dieser Information? Nun, nächstes mal wenn du dir etwas merken willst, oder etwas auswendig lernen willst, dann tue das unmittelbar vorm Schlafengehen.

Quelle: Payne JD, Tucker MA, Ellenbogen JM, Wamsley EJ, Walker MP, et al. (2012) Memory for Semantically Related and Unrelated Declarative Information: The Benefit of Sleep, the Cost of Wake. PLoS ONE 7(3): e33079. doi:10.1371/journal.pone.0033079

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